Checkliste als Hilfe fürs Kofferpacken vor Beginn einer Reha

Was ist vor der genehmigten Reha noch zu erledigen?
Kurz vor Antritt der Reha benötigen Sie einen Termin bei dem Arzt, der Ihre Reha bewürwortet hat, damit ein Formular (G17041 der Rentenversicherung Bund) mit Ihnen gemeinsam ausgefüllt werden kann, dies ist der Reha-Klinik am Aufnahmetag vorzulegen! Dies bestätigt, dass Sie reise- und reha-fähig sind.

Nachfolgend eine Checkliste als Hilfe fürs Kofferpacken:
Was sollten Sie mindestens zur Reha-Klinik mitbringen?
Unter Umständen sind einige u.g. Dinge für Sie nicht zutreffend.

Handtasche:

  • Persönliche Unterlagen wie Personalausweis
  • Krankenversichertenkarte
  • Medizinische Unterlagen aus den letzten fünf Jahren
    z.B. Arztberichte, Röntgenbilder, alle Befunde auf CD-ROM oder im Ausdruck
  • Verordnete Medikamente (in ausreichender Menge, planen Sie auch die ggfs. möglichen Verlängerungstage mit ein)
  • zusätzliche kleine Reiseapotheke
  • Allergiepass (sofern vorhanden)
  • Bargeld (auch zusätzlices Kleingeld als Trinkgelder für die Physiotherapeuten und Kellner im Restaurant)
  • Brille/Lesebrille
  • Ersatzbrille
  • Sonnenbrille
  • Notizheft/-buch + Stift
  • ausgefülltes Formular (G17041 der Rentenversicherung Bund mit Sozialversicherungsnummer)
  • Ggfs. Bescheid über Grad der Behinderung (GdB)/Schwerbehindertenausweis
  • Ihre Bankverbindung mit BIC und IBAN (steht auf Ihrem Kontoauszug)
  • Ggfs. Zuzahlungsbefreiung
  • Ggfs. Belege über bereits geleistete Eigenanteilszahlungen

Koffer:

  • Gehhilfen, Kompressionsstrümpfe, Bandagen, Strumpfanziehhilfe, Schuhlöffel u.a. medizische Hilfsgeräte, Messgeräte für Blutdruck und Blutzucker bei Diabetikerinnen (falls vorhanden)
  • EC-Karte mit PIN (getrennt voneinander und getrennt vom Personalausweis aufbewahren!)
  • Taschenlampe
  • Tüten (für den Transport der nassen Badekleidung)
  • Wäschebeutel
  • ggfs. Ihr eigenes Kopfkissen (Nackenkissen/Spezial-Kopfkissen)
  • Medikamente
  • Getränkeflasche für den Reha-Sport
  • Badebekleidung (mehrere zum Wechseln!)
  • Schwimmbrille
  • ggfs. Pulsuhr mit Brustgurt
  • Bademantel
  • Badeschlappen
  • Badekappe
  • Sportbekleidung (Trainingsanzüge (kurze und lange Sporthosen) und viele T-Shirts/Polohemden, Sie kommen ins Schwitzen und können sich so mehrmals täglich umziehen)
  • wetterfeste Kleidung je nach Jahreszeit (Strümpfe/Socken, Unterwäsche, Nachtwäsche, bequeme Oberbekleidung/Pullover, kurze und lange Hosen/Jeans)
  • je nach Jahreszeit/Wetter Sonnenschutz (Sonnencreme und Sonnenhut)
  • Handtücher
  • großes Badetuch
  • Regenschirm
  • Hausschuhe
  • Sportschuhe (Hallensportschuhe mit heller Sohle für Indoor- und Turnschuhe für Outdoor-Aktivitäten)
  • festes Schuhwerk
  • Rucksack/Sporttasche
  • Armbanduhr/Wecker
  • Medikamententasche und persönliche Toilettenartikel, Taschentücher
  • Haartrockner
  • Lesestoff und anderes für Ihre Freizeitbeschäftigung (mp3-Player u.a.m.)
  • Nähzeug
  • Kleines Radio (wenn benötigt, aus versicherungsrechtlichen Gründen dürfen evtl. private netzabhängige elektrische Geräte (z.B. Geräte mit Netzteil) nur nach Prüfung durch die Mitarbeiter der Haustechnik der Reha-Klinik betrieben werden!)
  • u.a.m. für Ihren persönlichen Bedarf

Informieren Sie sich zudem über die Möglichkeiten, im Anschluß an Ihre Reha an einem Programm wie IRENA (Intensivierte Rehabilitationsnachsorge, ein Nachsorge-Programm der Deutschen Rentenversicherung Bund: Stoffwechselkrankheiten (ST) oder anderen Rehasport-Programmen, medizinischen Trainingstherapien oder Funktionstraining teilzunehmen, um den Behandlungserfolg durch weitere regelmäßige Therapiemassnahmen zu sichern. Der Antrag ist zusammen mit Ihrem Reha-Arzt am Ende Ihrer Reha zu stellen.

Nach IRENA können Sie noch von Ihrem Arzt eine sog. Rehabiliationsverordnung erhalten, durch die Sie 50 Termine in einem Reha-Sportzentrum in Wohnortnähe weiter trainieren können, um den Reha-Erfolg zu erhalten.

Alle Angaben ohne Gewähr.
Bei Fehlern auf dieser Seite bitte eine Info an info@mrs-wellness.de.

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Sportmedizinische Rehabilitation (Reha)

Wie läuft eigentlich eine Sportmedizinische Rehabilitation ab? Wie bereitet man sich darauf vor? Was muss man beachten?

Hier findet Ihr einige Tips, wenn Ihr z.B. nach einer Sportverletzung eine Medizinische Rehabilitation (früher: Kur genannt) abgekürzt REHA über Eure Krankenkasse oder Rentenversicherung (Bund Berlin) genehmigt bekommen habt. Eine Kur, also Erholung ist eine Reha aber wirklich nicht, Ihr habt einen sehr straffen Zeitplan (ab i.d.R. 8 Uhr morgens bis 18 Uhr!) und alle Anwendungen müssen von Euch abgezeichnet werden, Eure ordnungsgemäße Durchführung wird also kontrolliert. Faulenzen gilt nicht!

Eine Kofferpackliste, damit Ihr nichts vergesst, findet Ihr hier.

Der nachfolgende Tagesplan zeigt Euch eine dreiwöchige Reha-Massnahme im Bereich Orthopädie auf, diese erfolgte im Januar 2016 in der Medical Park Klinik Bad Wiessee am schönen Tegernsee. Mrs Wellness macht den Reha-Klinik-Check in eigener Sache.

Tag 1:
Dieser Tag dient zum Ankommen und Auspacken der Koffer und enthielt keine Anwendung,
selbstverständlich kann Sauna und Schwimmbad selbständig genutzt werden (quasi Ruhe vor dem Sturm).
Man erhält die Zuweisung zum Tisch im Speiseraum des Restaurants und lernt seine Reha-Mitstreiter beim Mittag- und Abendessen kennen.
Der Arztbrief und die Bestätigung, dass man Reha-tauglich ist, sollte bei der Rezeption bzw. beim Stadionsarzt bzw. Stadionsärztin abgegeben werden, auch übergibt man die Befunddaten auf CD-ROM (z.B. Röntgen, lesbar über die Software OsiriX Lite).

Es gibt eine erste kurze Aufnahmeuntersuchung (Blutdruckmessung, Temperatur (über das Ohr), Gewicht (mit Kleidung aus Hygienegründen) und ein Erstgespräch mit dem zuständigen Arzt (m/w) der Rehaklinik, in diesen werden auch die Reha-Ziele der Patientin geklärt.
Auch erhält man einen Termin mit der Diätassistentin, bei dem Allergien und Ernährungspläne besprochen werden, auf individuelle Wünsche insbesondere Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Gluten oder Kuhmilch wird eingegangen und dies im Speiseplan individuell berücksichtigt.

Tag 2:
Das Reha-Sportprogramm startet mit einzelnen Anwendungen, die individuell für jede Patientin festgelegt werden,
Frühstück schon ab 7.00 Uhr.
Die Termine können eng aneinander sein, wenn man mal Pause hat, braucht man diese auch zum Erholen,
Reha ist kein Ponyhof! Es bleibt kaum Zeit für einen Kurschatten!

Tag 3:
Früh morgens nüchtern gibt es eine Blutabnahme mit Analyse der Hämatologie, Proteindiagnostik und der Klinischen Chemie.
Die o.g. Klinik hat ein sehr gut ausgestattetes Zentrallabor, so liegen die Ergebnisse pro Patient schnell vor. Den Befund könnt Ihr ausgedruckt mitnehmen.
Es folgen weitere Einzelanwendungen z.B.
Motorschiene (diese dient der Verbesserung der Beweglichkeit z.B. der Hüfte oder der Beine)
Cryojet/Eis (diese Kälteanwendung z.B. an der Schulter reduziert Schmerzen und Entzündungen)
Einzeltermine mit Krankengymnasten (Physiotherapie)
Wassergymnastik (im Anschluß, wenn man keine andere Gruppe stört, kann man noch schwimmen, man ist ja eh schon im Wasser und kann so die Behandlungspausen nutzen)
Es werden verschiedene interessante Vorträge in der Gruppe angeboten, z.B. über Alltagsdrogen (Medikamente, Alkohol und Nikotin), über Osteoporose oder ADL (Activity of daily life), also wie man Kisten trägt, ins Auto einsteigt, bei Hüft-OP die Socken anzieht etc.
Es erfolgt eine Einweisung in das Medizinische Training (MTT) durch einen kompetenten Physiotherapeuten (m/w), der individuell auf Beschwerden, Schmerzen etc. der Patientin eingeht. So wird ein kurzer Trainingsplan erstellt (z.B. Aufwärmen auf dem Laufband und 5 weitere Übungen, die dann selbständig unter Aufsicht durchgeführt werden können), bei Fragen kann man sich jederzeit im Bewegungszentrum an die Physiotherapeuten wenden.
Im Rehaplan steht ggfs. abends freies Schwimmen, d.h. auch eigenes Wiederholen der Übungen aus der Wassergymnastik-Gruppe.
Die Physiotherapeuten legen Wert darauf, immer nur soweit zu trainineren, dass es nicht schmerzt, also keinesfalls über die Schmerzgrenze hinaus, nicht viel hilft viel.

Tip: Am Vorabend alle Sportsachen, Handtuch und Badezeug inkl. Badeschuhe/Schwimmbrille zu Recht legen und in die Tasche oder Rucksack packen, so ist man am nächsten Tag für alle Einheiten schon vorbereitet, auch ist es hilfreich, den Tagesplan für den kommenden Tag vorher genau anzusehen, damit man weiss, welche Therapien aneinanderfolgen und wo man dann im Haus hin muss, zwischen Behandlungsräumen und Schwimmbad können eben längere Wege liegen und man sollte sich gut orientieren. Der Zeitdruck bei einer Reha kann schon mal groß sein.

Es erfolgt eine Visite durch den Oberarzt in Begleitung der betreuunden Stationsärztin, hier kann man sich zu den ersten Tagen äußern, wie es einem geht, was weh tut, womit man nicht zu Recht kommt etc.
In der Reha folgen 2 x wöchentlich Arztvisiten. Auch wird psychologische Betreuung nach Wunsch angeboten.

Tip: Schreibt einfach ein kleines Tagesbuch mit Wünschen, welche Anwendung Euch nicht gut tut, was Euch schmerzt, was man vielleicht ändern könnte, und dieses haltet bei der kurzen Visite mit dem Oberarzt parat, so könnt Ihr gemeinsam die Punkte durchgehen und es wird nichts vergessen.
Reha-Kliniken wünschen sich AKTIVE PatientInnen, die an ihrem Reha-Erfolg engagiert mitwirken, nur auf die Massagebank sich legen und erwarten, dass die Krankengymnasten einen schon wieder mobilisiert bekommen, ist nicht geboten. Es zählt die Eigeninitivative!

Das Abendessen ist (in der o.g. Klinik) um 20 Uhr schon zu Ende, das wurde wohl so gewählt, weil man eh so körperlich k.o. ist nach einem Reha-Tag, dass jede Patientin früh zu Bett gehen kann (und dies ja auch braucht), in einer ungewohnten Umgebung schläft es sich vielleicht am Anfang schlecht (anderes Bett als Zuhause).
Tip: Nehmt Euer eigenes Kopfkissen mit Bezug mit, so könnt Ihr besser schlafen.

Tag 4:
Auch am Wochenende gibt es ein Therapieregime!
Wenn auch nur ein geringerer Anteil an Anwendungen, so startet wieder früh das Programm.
Ab mittags ist endlich frei.
Die ersten Tagen können einen körperlich ganz schön schaffen! Man fühlt sich platt. Aber ist vielleicht auch froh, endlich in guten Händen zu sein.

Tag 5:
Auch Sonntag gibt es 2 Anwendungen, eine Motorschiene und freies Training unter Aufsicht im Bewegungscenter.

Tag 6 bis 21 (im Regelfall einer 3wöchigen Reha, Verlängerungsoption ein paar Tage oder eine Woche):
Es folgen mehrere Sporteinheiten und Physiotherapie-Termine pro Tag, mal wieder ein neuer Vortrag. Der Massnahmenplan wird immer mal wieder individuell korrigiert.
Vor dem Abreisetag gibt es ein finales Gespräch mit dem betreuenden Arzt.
Tip: Rechtzeitig den Antrag auf IRENA, dem Reha-Nachsorgeprogramm direkt beim Klinikarzt stellen, so kann man 24 weitere Sporttermine bei einem Reha-Sportzentrum am Wohnort durchführen, die Kosten übernimmt die Rentenversicherung, außerdem erhält jede Sportlerin noch 5 Euro Fahrtkostenzuschuss pro Trainingstag.

Nach dem Abschluß des IRENA-Programms empfiehlt Mrs Wellness den Hausarzt oder Orthopäden aufzusuchen und die Rehabilitationsverordnung Muster 61 zu beantragen (muss zuerst von der Krankenkasse genehmigt werden), so kann man das Training in einem Rehasportzentrum fortsetzen (weitere 50 Termine!). Der Genesung steht also nichts im Wege.

Literaturempfehlungen:

Rehasport: Verstehen, Umsetzen, erfolgreich sein (buchner pocket)
Winfried Möck
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Preisangaben ohne Gewähr. Irrtümer vorbehalten.


Rechtlicher Hinweis:
Alle gesundheitsbezogenen Informationen bei Mrs Wellness beziehen sich nur auf persönlichen Erfahrungen und möchten an Sport, Detox (Entgiftung) und Ernährung Interessierte informieren, es handelt sich in keinster Weise um ärztliche Empfehlungen.

Haftungsausschluß zu den Buchempfehlungen:
Alle Rechte der Texte liegen beim Autor bzw. bei den Autoren. Die Betreiberin dieses Informationsportals für Laien übernimmt keine Haftung für Schäden, die sich aus dem Gebrauch oder etwaigem Missbrauch der hier vorgestellten Heilverfahren und Therapien ergeben.

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